Diese Pizza ist sauer

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Der TV-Koch Antonio Marcellino, der bereits das Restaurant „Marcellino Ristorante Vinobar“ betreibt, profitiert von der EZB-Eröffnung. Auch seine neue Pizzeria liegt in unmittelbarer Nähe zum Bankenturm – hier serviert er eine Pizza, wie sie Frankfurt noch nicht gesehen hat.
Bei der Frage, warum er noch ein zweites Restaurant eröffnet, muss Antonio Marcellino nicht lange überlegen. „Die Nachfrage im Ostend ist hoch“, sagt der Koch. Das Publikum sei international und Pizza mit original italienischem Sauerteig, so wie sie in der Pizzeria Mille Lire gemacht wird, gebe es in Frankfurt bislang noch nicht – ein echtes Alleinstellungsmerkmal.

Diese Art des Teigs hat laut Marcellino viele Vorteile: „Sauerteig hat einen besseren Geschmack, er ist bekömmlicher und länger haltbar.“ Wie er genau zubereitet wird, erklärt der TV-Koch auch in der HR3-Sendung „Hallo Hessen“. Wichtig sei vor allem, dass der Teig mindestens 48 Stunden lang zieht. „Dann unterscheidet er sich vom klassischen Hefeteig wie der Himmel von der Erde“, sagt der Koch. Hefe würde den Teig einfach nur aufblähen. Deswegen würde man sich danach auf oft so vollgefuttert fühlen. Pizza aus Sauerteig könne man auch problemlos abends essen – und zwar ganz ohne Völlegefühl. So hochwertig wie der Teig, sollen auch die Beläge sein, die Marcelino direkt aus Italien bezieht. „Wir verwenden ausschließlich Mozzarella. Keinen Edamer. Keinen Analog-Käse. Nur ausgezeichneten Schinken und Salami“, sagt er. Gute Produkte haben natürlich ihren Preis: Eine klassische Margarita kostet im Mille Lire 6,50 Euro.

Das Produktportfolio will der gebürtige Italiener peu à peu erweitern. In einer heißen Vitrine sollen Spezialitäten aus Süditalien verkauft werden und bald sollen Nudelgerichte auf der Karte stehen. Ab Frühjahr will Marcellino außerdem ein typisch italienisches Frühstück in der Pizzeria etablieren. Der Inhaber sieht die Geschäftsmänner schon mit Espresso und Brioche an der Theke stehen. Dann werde das Restaurant bereits um acht Uhr öffnen.

Marcellinos Pläne sind groß. Eröffnen wollte er aber schon jetzt, auch wenn es hier und da noch an etwas fehlt: „Wir haben sechs Monate umgebaut“, sagt der Gastronom. Wichtig war ihm, vor dem Weihnachtsgeschäft einigermaßen mit allem fertig zu sein, denn ab da hätte er kaum noch Zeit. Denn nur einen halben Kilometer von der Pizzeria entfernt liegt sein anderes Restaurant, die „Marcellino Ristorante Vinobar“. Und die laufe sehr erfolgreich. Nicht nur zur Mittagszeit würde sich hier ein internationales Publikum seine saisonalen, italienischen Spezialitäten schmecken lassen. Dass die EZB im Frühjahr hier eröffnet hat, kam dem Gastronom zu Gute. Das hätte er aber auch im Hinterkopf gehabt, als er 2011 nach zehn Jahren auf der Günthersburgalle mit seinem Restaurant ins Ostend gezogen ist.

Unterstützt wird er von seinem Bruder. „Er leitet jetzt das Restaurant“, sagt Marcellino. Denn so könne er sich erstmal voll und ganz auf sein neues Projekt konzentrieren, das den Gastronom unweigerlich an seine Kindheit erinnert. „Mit meinen Freunden haben wir immer ,Mille Lire Scheine‘ wie einen Schatz gehütet, um dann gemeinsam Pizza essen zu gehen.“

Pizzeria Mille Lire, Ostend, Sonnemannstraße 71, Tel. 94410200, Mo-So 11-23 Uhr
9. November 2015 Vera Kuchler

 

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